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Wald erhalten – Wald pflanzen
Projektbericht und Information
März 2011

Liebe Unterstützende des Projektes „Mangal“ in Guatemala, liebe Freunde und Interessierte.

Mein Mann Johannes und ich haben auch dieses Jahr das Projekt in Guatemala besucht. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, über den Stand und die Entwicklungen zu informieren.

2005 haben wir die ersten ca. 50 Hektar Wald, mit mehreren Frischwasserquellen, an einer Lagune gelegen erworben und sind seit 2006 auch im Besitz der rechtsgültigen Landtitel.
2006/7 haben wir das danebengelegene Grundstück von knapp 40 ha dazuerworben.

Seither beschützen und pflegen wir diesen Wald, zusammen mit unserem Guatemaltekischen Partner Victor Linga.
Als Teil des Schutzes haben wir in 2007 5 Hektar vormalig gerodetes und zugewuchertes Land gesäubert und unter der Anleitung eines Forstingenieurs eine Plantage von 5500 Baumsetzlingen erstellt.

Die wiederkehrenden Hauptarbeiten am Land bestehen im offenhalten der Breschen, welche verschiedene Waldabschnitte unterteilen und vor allem als Waldbrandbarrieren dienen, sowie im Säubern der Baumplantage von überwucherndem Unkraut. Beide Arbeiten müssen 3x im Jahr getätigt werden.

Parallel zu den konkreten Arbeiten haben wir uns in Guatemala gut vernetzt.
CONAP (Consejo Nacional de Areas Protejidas) hat uns in 2010 den offiziellen Status einer „Reserva Privada“ (Privates Waldschutzgebiet) zugesprochen, wir sind mit unserem Projekt somit staatlich anerkannt.
Die Tatsache, dass wir uns als Ausländer für den Wald engagieren und uns auch per email an Sitzungen und Gesprächen beteiligen, und unser Partner uns vor Ort persönlich repräsentiert, hat nicht zuletzt auch zu mehr Respekt und Bewusstsein für das Thema „Walderhaltung“ in der Region geführt.
PINFOR ist eine Regierungsstelle, die unter der Aufsicht von CONAP arbeitet. PINFOR unterstützt Besitzer, die ihren Wald erhalten, in kleinem Umfang mit know how, und ebenfalls sehr begrenzt finanziell. Von PINFOR werden wir ab Anfang 2012 einen kleinen jährlichen Beitrag von rund 1800 $ US für die Waldpflege erhalten, für die Dauer von 5 Jahren.
PINFOR unterstützt ebenfalls Aufforstungen. Nun verlangen jedoch die staatlichen Stellen, dass Aufforstungen vor allem zum Zweck der Holzwirtschaft getätigt werden, die Projekte sind monokulturell ausgelegt. Nach längeren Gesprächen mit unserem Guatemaltekischen Partner haben wir uns entschlossen, diesem Plan nicht beizutreten. Unser Anliegen ist es, die natürliche Struktur des lokalen Waldes zu erhalten und zu unterstützen, da dies auch der Artenvielfalt der Tiere zugute kommt. Daher verzichten wir auf Monokultur sowie auf importierte schnell wachsende Hölzer wie zum Beispiel Teak.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen stehen wir auch vor konkreten Problemen. Die ganze Umgebung ist abgeholzt, Kuhweiden von Grossgrundbesitzern bestimmen die Landschaft. Die Besitzer der umliegenden Rinderfarmen sind zum Beispiel nicht daran interessiert, ihre Weidezäune zu reparieren (wozu sie rechtlich verpflichtet wären), so obliegt es an uns, Hunderte von Metern Zaun zu erstellen, um den Wald zu schützen.
Auch werden die letzten kleinen umliegenden Landstücke zunehmend illegal gerodet und in Besitz genommen.
Petén Guatemala steht unter grossem demografischen Druck. Lebten in den 60er Jahren noch gut 6000 Menschen in dem Gebiet, so sind es heute über 700'000. Dies als Folge des verheerenden Bürgerkrieg und der internen Migration. Daher wächst der Druck aufs Land; Land-Stücke werden illegal gerodet, wenn sie nicht bewacht werden, kurzzeitig als Acker genutzt, und dann an grössere Rinderfarmen-Besitzer weiter verkauft. Danach wird das nächste Stück besetzt, gerodet, und so weiter.
Der Staat schaut tatenlos zu, und es obliegt den privaten Waldbesitzern, ihr Land davor zu bewahren.

Seit 2009 haben wir deswegen auch einen permanenten Wächter, der am Land lebt. Dennoch werden wir in 2012 nicht umhin kommen, eine weitere grosse Bresche am Nordende des Waldes zu erstellen, mit Zäunen und Beschilderungen, um dem Druck der illegalen Landrodungen und -besetzungen stand zu halten.

Unsere jährlichen Kosten zur Aufrechterhaltung des Waldes belaufen sich auf ca. 13’000$ US (ohne einmalige Kosten für die Aufforstung sowie die Anfangskosten des Errichtens von Unterkunft und Küche für Arbeitende). Wie wir selbst, arbeitet auch unser Projektpartner in Guatemala gänzlich umsonst. Den Grossteil der Kosten tragen wir jedes Jahr privat.
Daher bedanken wir uns umso mehr und sehr herzlich für Eure Spenden, die uns während der letzen Jahre erreicht haben, und die uns nicht nur materiell das weiter machen ermöglichen, sondern uns auch ideell bekräftigen.

Es ist uns ein Anliegen, das Projekt weiter zu führen, gerade weil es auch Breitenwirkung zeigt. Nicht nur Regierungsstellen, sondern auch die lokale Bevölkerung wird wacher und interessierter für die drängenden ökologischen Fragen dieser Region.

Wir suchen weiter nach Geldgebern, Gönnern, Spendern, die uns helfen möchten, das Projekt auch mittelfristig in die Zukunft zu tragen.

Längerfristig beabsichtigen wir, eine internationale private oder öffentliche Trägerschaft für das Land zu finden, welche das Projekt übernimmt, weiter begleitet und entwickelt. Bis wir so weit sind, danken wir Euch für jede weitere Spende, die es uns erlaubt, den Traum dieses Landes, nämlich Wald zu bleiben, zu pflegen.

Herzlichst, Sabina und Johannes

 

Bankverbindung:
Credit Suisse, CH-8070 Zürich. Konto: SABA, Petén Projekt, Sabina Tschudi.
Kontonummer: 111975-90.
IBAN: CH66 0483 5011 1975 9000 0

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